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Sehr lesenswert: "Politik als Luxus"

Politik als Luxus — Stefan Schulz

In den letzten zwei Tagen ist dieser Artikel immer wieder in meiner Twitter-Timeline aufgetaucht und ich habe ihn mittlerweile zweimal gelesen.

Der Autor diskutiert die vermeintliche Politikverdrossenheit der unter 40-jährigen vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen, sozio-politischen, und medialen Gegebenheiten.

Ich finde mich in dem Artikel an vielen Stellen wieder, denn auf der einen Seite bin ich unzufrieden mit dem politischen Status Quo unseres Landes, insbesondere mit den immer stärker werdenden anti-sozialen Entwicklungen. Leider habe ich weder die Zeit mich neben meinem Beruf darum zu kümmern, noch wüsste ich, wo ich konkret damit beginnen soll, denn ich finde mich in keiner Partei wieder.


Die CDU/CSU steht außer Frage, denn der braune Partner der CDU lässt selbst die mildesten progressiven Ansätze direkt im Keim ersticken.

Die SPD ist die CDU in schwarz-rot, gelenkt von verachtungswürdigen Menschen wie Sigmar Gabriel, der nachweislich lieber der Wirtschaft dient als deutschen Bürger*innen. Hierbei meine ich ganz konkret die Abstimmung der SPD-Vollversammlung für CETA, die Gabriel durchgeboxt hat. Ein undemokratischeres Handelsabkommen kann ich mir zwar vorstellen, aber CETA und TTIP kommen schon verdammt nah dran. Wirklich tragisch daran ist, dass ich für klar definierte und öffentlich verhandelte Freihandelsabkommen bin.

Die Grünen wollen so sehr mitregieren, das sie bei der bloßen Andeutung der Chance auf eine Möglichkeit des Ansatzes einer Koalition jegliche Prinzipien über Bord werfen. Ihnen fehlen sowohl die Themen als auch klare Positionen zu Umwelt, Datenschutz, und sozialer Gerechtigkeit.

Bei den Äußerungen von Vertretern der Linken läuft es mir eiskalt den Rücken runter. Diese Partei steckt voller Populisten und sie bewegt sich mittlerweile so weit links, dass sie wieder gut genug zu den Rechten passen, um demnächst mit dem "progressiven" Flügel der AfD zu fusionieren.

Ach ja, die AfD. Diese Partei ist in kürzester Zeit von einer NPD light für den besorgten Bürger (= fremdenfeindlich, anti-sozial) zu einer NPD 2.0 mutiert, die genauso wenig etwas in Deutschland verloren hat, wie die NPD, REP, und alle sonstigen blödsinnigen Gruppierungen ewig Gestriger (ich schaue euch an, Reichsbürger).


Wo soll ich mich also einsetzen? Wo soll ich im Herbst mein Kreuz setzen? Wie kann ich irgendeine Partei unterstützen, wenn diese nicht an Wahlversprechen gebunden ist?

Vor diesem Dilemma stehe ich und viele meiner Freunde und ich sehe derzeit einfach keine Lösung.