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Die Sueddeutsche ignoriert Kritik genauso sehr wie Apple

In diesem Artikel wird eindrucksvoll dargestellt, dass die Redakteure der Süddeutschen weder technisches Verständnis besitzen, noch den Willen, die Inhalte einer Pressekonferenz von Apple korrekt wiederzugeben, solange es die Besucherzahlen der Seite hoch hält. Einige Beispiele im einzelnen:

Apple verwandelt seine iPhone-Antennenprobleme in eine Marketing-Veranstaltung.

Bereits dieser Satz im Teaser geht an dem vorbei was in der Pressekonferenz bei Apple behandelt wurde. Nach allen vorliegenden Daten besteht ein Problem mit der Antenne, welches einen sehr kleinen Prozentsatz der Nutzer betrifft und von Apple untersucht wird.

So verlor sich die vielleicht einflussreichste Figur des Silicon Valley denn auch in Rechtfertigungsphrasen. Erklärung zur Fehlerursache: Keine. Stattdessen lautet die Botschaft: Auch andere Handy-Hersteller haben mit Antennenproblemen zu kämpfen, selbst Apple sei nicht perfekt.

RF-Technologie ist kompliziert und jeder Hersteller hat damit zu kämpfen. Diese Demonstration halte ich aufgrund der einseitigen Berichterstattung in den Medien für gerechtfertigt.

Eingeständnisse zu geringfügig höheren Abbruchraten beim iPhone 4 werden in dem Artikel nicht erwähnt.

Andererseits hat Steve Jobs die Frage nach den potentiellen Auswirkungen einer außen liegenden Metal-Antenne auf die Empfangseigenschaften nicht adressiert und wurde dafür auch prompt von John Siracusa gescholten, zurecht.

Dies ist berechtigte Kritik von einer technisch versierten Person ohne finanzielle Interessen, nicht wie die Quellen die die Süddeutsche hier genutzt hat.

Wer den Perfektionisten Jobs kennt, der intern dafür bekannt ist, schon bei den kleinsten Problemen an die Decke kennt, kann sich das Zähneknirschen hinter dieser Aussage vorstellen.

Ad hominem, Spekulation, unnötig. Dies hat in einem solchen Artikel nichts zu suchen.

 22 Tage hatte Apple geschwiegen, …

Was Apple in dieser Zeit getan hat, wurde von Steve Jobs erklärt und von dem betreffenden Redakteur nicht erwähnt.

Alles in allem zeigt sich hier genau die Problematik, die der Apple-Chef in der Präsentation und der nachfolgenden Fragerunde angeschnitten hat:
Selbst gestandene Presseorgane haben sich dazu hinreißen lassen, für Besucherzahlen aus einer Fliege einen Elefanten zu machen.
Aus den USA ist dieses Problem schon länger bekannt, aber es ist schade, dass es auch hier in Deutschland Einzug hält. Dieser Artikel ist nur die Spitze des Eisbergs;
ähnliches durfte ich auf der Seite der Zeit auch häufiger lesen, als ich wollte, und besonders hier hätte ich so schlechte Journalistische Arbeit nicht erwartet (Beispiele: 1, 2, 3).