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Eine praktische Handlungsempfehlung für Reichsbürger von Thorsten Meier

Der folgende Tweet erschien gestern in meiner Zeitleiste und ich musste herzlich lachen.

Eines der von den anti-demokratischen, teilvernebelten Vollpfosten der Reichsbürgerbewegung ist ja, dass die Bundesrepublik Deutschland gar kein Staat sei, sondern eine GmbH, usw., usw.

Nun, Thosten Meier (@kaputte) hatte dazu auf Twitter eine ganz tolle Antwort:

P.S.:
Ich habe ein großes Problem mit so verdammt blöden Behauptungen wie "die BRD ist eine GmbH". Hinter solch hirnverbrannter Propaganda, die nur dazu dient rechtsextreme und demokratiefeindliche Argumentationen in der öffentlichen Diskussion salonfähig zu machen, gehen grundsätzlich die Missstände unter, die tatsächlich Beachtung finden müssten.
Im Fall der "BRD GmbH" ist es meiner Meinung nach der Umstand, dass in Deutschland der Lobbyismus inzwischen fast U.S.-amerikanische Ausmaße angenommen hat und dadurch der Einfluss von Unternehmen und wohlhabenden Personen auf die Politik, in einem für das Volk und den Staat gefährliche Maß, zunehmend ausartet.

Die Netzneutralität-Lüge der Internetprovider

Vor einigen Tagen haben die Redakteure von aptgetupdate.de das untenstehende Video auf ihrer Seite eingestellt. Es zeigt unverblümt, wie Internetprovider versuchen mit Lügen die öffentliche Meinung zur Diskriminierung von Daten in ihren Datennetzen zu ändern. Datennetze, deren Aufbau in großen Teilen mit Steuergeldern von uns allen finanziert wurde.

Wenn nicht an der Netzneutralität festgehalten wird und stärkere Gesetze für ihren Schutz geschaffen werden, zahlen bald nicht nur Inhalteanbieter mehr für die Distribution jeglicher Daten im Internet sondern auch wir Nutzer.

Aber vor allem ist die Netzneutralität wichtig um die Meinungsfreiheit im Internet weiterhin garantieren zu können.

NETZNEUTRALITÄT TÖTET von alexanderlehmann auf Vimeo.

CinemaxX und die Abzocke mit Scheingebühren

Gestern habe ich mit einigen Freunden im CinemaxX in Trier "Iron Man 3" geschaut. Trierer die diesen Eintrag lesen werden fragen wieso ich nicht ins Broadway gegangen bin? Nun, im Broadway läuft der Film leider nicht.

Der Film war unterhaltsam, aber mir wurde mal wieder sehr deutlich vor Augen geführt warum ich so ungern ins CinemaxX gehe: Es ist alles darauf ausgelegt den Kunden abzuzocken.

Ich spreche hier noch nicht einmal von den völlig überhöhten Kartenpreisen an sich, nein, der Grund meiner Unzufriedenheit ist der Kartenkauf, bzw. die Kartenreservierung auf der Seite von CinemaxX:

Man kann entweder;

  • Karten per Reservierungssystem vorbestellen, die man 30 Minuten vor Beginn des Filmes abholen muss, ohne Möglichkeit einen Sitzplatz auszuwählen: "Sie erhalten automatisch die zum Zeitpunkt der Reservierung besten verfügbaren Plätze". — Das finde ich zwar nicht prickelnd, aber es ist in Ordnung, wenn man früh genug reserviert oder es einem egal ist wo man sitzt.
  • Karten telefonisch sitzplatzgenau reservieren. Das ganze funktioniert natürlich nur über eine kostenpflichtige Rufnummer und man zahlt einen Aufschlag pro Karte von € 0,50. — Hier stellt sich für mich schon die Frage wieso ich einen Aufschlag zahle wenn ich ohnehin eine kostenpflichtige Rufnummer wählen muss. Wozu ist dieser Aufschlag da? 
  • Karten direkt online zu kaufen. Hier kann man sich auch den Sitzplatz aussuchen, zahlt aber eine Vorverkaufsgebühr von € 0,50 pro Karte. — Wieso eine Vorverkaufsgebühr? Der Kartenverkauf wird nicht von einem externen Vorverkäufer abgewickelt, sondern von CinemaxX selber, über deren bestehendes System. Habe ich irgendwelche Vorteile aus dem Kartenvorverkauf die außerordentlichen Kosten auf Seiten von CinemaxX gegenüberstehen? Sind die Karten im Vorverkauf günstiger als an der Abendkasse? Außerdem stellt sich mir jetzt die Frage ob ich bei Wunsch der Kartenrückgabe die Vorverkaufsgebühr rückerstattet bekomme? Aber nein, denn bei CinemaxX kann man gekaufte Karten ja gar nicht zurück geben. Wozu hier die Vorverkaufsgebühr?

Mir drängt sich folgendes auf: Diese Aufschläge, Vorverkaufgebühren und ähnliche Preisspielereien sind nur dazu da die hohen Ticketpreise auf den ersten Blick ein wenig niedriger wirken zu lassen. Das kennt man von Reiseveranstaltern, Fluggesellschaften wie RyanAir und anderen Dienstleistern. Es wird dem Kunden vorgegaukelt, dass er einen Mehrwert erhält, der separat bezahlt werden muss, wenn da tatsächlich kein Mehrwert ist, der über die Grundleistung hinausgeht. Es ist nichts als eine Täuschung des Kunden.
Besonders da CinemaxX durch den Kartenvorverkauf online keine Kosten entstehen die über den grundlegenden Betrieb eines Reservierungssystems und einer Zahlungsabwicklung hinausgehen entstehen. Man kann mit Verlaub sagen, dass diese Systeme heutzutage zu den Grundkosten eines Kinos gehören. Außerdem spart es CinemaxX sogar Arbeit/Geld, da Kunden mit bereits gedruckten Karten (oder solchen die sie sich am Automaten im Kino abholen) nicht weiter abgefertigt werden müssen.

Bei der telefonischen Kartenreservierung frage ich mich was die Begründung für den "Aufschlag" ist. Mehraufwand durch telefonische Beratung? Ok, aber wieso dann die kostenpflichtige Rufnummer? Mehraufwand an der Kasse? Verursachen Kunden die regulär ohne Reservierung Karten kaufen weniger Aufwand? Oder solche die einfach ohne Sitzplatzvorauswahl Karten reserviert haben?


Meinem Unmut habe ich per Twitter ein wenig Luft gemacht, auch da ich weiß, dass CinemaxX ganz gut mit Kunden über diesen Dienst kommuniziert. Das ist der derzeitige Stand der Unterhaltung:


Das CinemaxX – und ehrlich gesagt alle Großkinobetreiber – sollten sich mal ein Beispiel an den kleineren nehmen. Hier in Trier haben wir glücklicherweise noch ein weiteres Kino, das nicht nur gute Preise hat, sondern auch guten Service.
Die Kartenvergabe funktioniert völlig ohne Schnickschnack und ist hart aber fair:
Man kann online oder per Telefon Karten reservieren, allerdings ohne Möglichkeit der Sitzplatzauswahl. Die Karten müssen spätestens 30 min vor Beginn der Vorstellung abgeholt werden. Ob man die Sitzplätze bekommt die man gerne hätte hängt jetzt nur noch davon ab ob man früh genug da ist und bereit zu warten.


Ach und noch ein kleiner Aufreger, oder eher ein Lacher:
Zusammen mit den Kinokarten haben gestern alle in der Gruppe Rabattmarken in die Hand gedrückt bekommen. Rabattmarken für Snacks im Kino. Für alles von Einzelartikeln bis zu Sondermenüs.

Liebes CinemaxX,
wenn ihr schon Rabattmarken ausgeben müsst, um Kunden dazu zu bewegen überteuerte Snacks und Getränke zu kaufen, dann solltet ihr euch vielleicht mal überlegen ob die Preise nicht an sich zu hoch sind.

Auch hier zeigt das Broadway wie es geht: Snacks und Getränke zu annehmbaren Preisen und zudem von guter Qualität und kein Standardfutter.

OS X Dienst zur schnellen Suche auf Duden Online

Ich schreibe derzeit diverse wissenschaftliche Arbeiten und stoße dabei von Zeit zu Zeit zwangsläufig an die Grenzen meiner Formulierungsfähigkeiten. Da ich beim Frühstück kein Synonynmwörterbuch lese, sondern Artikel auf meinen Lieblingswebseiten, ist es praktisch einen guten Thesaurus zur Hand zu haben.

Wolfgang Reszels OpenThesaurus-Plugin für das OS X Lexikon sind hier ungeheuer nützlich, denn obwohl die Datenbasis schon etwas älter ist, ist es sehr praktisch die Inhalte von OpenThesaurus.de offline verfügbar zu haben. Wenn man aber belastbare Definitionen benötigt—und hier ist der Duden immer noch die Autorität—dann landet man früher oder später auf Duden Online. Die Firma Duden bietet zwar die meisten ihrer Nachschlagewerke als Software zum Download an, jedoch funktionieren diese ebenso gut wie quadratische Reifen am Auto.

Um mir die mühselige Aufgabe zu ersparen jedes mal auf duden.de das gesuchte Wort einzutippen, habe ich mit ein wenig Hilfe durch diesen Artikel einen Dienst für OS X gebastelt.

Die unten verlinkte Datei wird einfach im Ordner "*Benutzername*LibraryServices" abgelegt. Damit ist der Dienst systemweit verfügbar.
Genutzt wird der Dienst, indem man ein Wort markiert und dann im Kontextmenü (rechte Maustaste oder CTRL-Taste + linke Maustaste) unter Dienste selbigen auswählt.
Alternativ kann man auch den Menüpunkt "Dienste" im Menü mit dem Programmnamen nutzen oder ein Tastaturkürzel nutzen.

Anmerkungen:

  1. Den Ordner "Library" kann man unter OS X Mountain Lion aufrufen indem man im Finder auf das Menü "Gehe zu" klickt und mit gedrückter ALT-Taste den entsprechenden Eintrag im Menü sichtbar macht.
  2. Ein Tastaturkürzel kann man in den Systemeinstellungen unter "Tastatur » Tastaturkurzbefehle » Dienste” definieren. Mein Vorschlag ist "CTRL+ALT+CMD+D", da diese Kombination meines Wissens nach von keinem anderen Standardprogramm verwendet wird.

Bonus:
Wer häufiger englische Wörter nachschlagen darf und hier eine gute Quelle sucht, ist mit dem Longman English Dictionary Online gut bedient. Ein OS X Dienst, der genauso funktioniert wie der oben beschriebene kann hier heruntergeladen werden.

EU Kommision will die Privatisierung der Wasserversorgung vorantreiben

Kurzfassung:

Die EU Kommission will eine Privatisierung der Wasserversorgung in Europa ermöglichen, was es Konzernen erlauben würde einen 'Markt für Trinkwasser' in Europa zu schaffen. Das lebensnotwendige Allgemeingut, dessen Kontrolle in Deutschland in der Hand der Gemeinden liegt, würde zu einem Handelsgut werden, das von (multinationalen) Konzernen kontrolliert wird. 

Wer nicht möchte, dass die Wasserrechnung in Zukunft von RWE (oder anderen Firmen) ins Haus flattert, statt wie derzeit noch von den örtlichen Wasserwerken, und auch nicht möchte, dass die Preise für ein Grundgut wie Wasser in kurzer Zeit wie die Preise für Treibstoff steigen, sollte die europäische Bürgerinitiative "Right2Water" mit einer Unterschrift unterstützen.


Nun die Langfassung:

In einer neuen Richtlinie versucht die EU Kommission gerade der Privatisierung der europaweiten Wasserversorgung Tür und Tor zu öffnen.

Was die Privatisierung von öffentlicher Infrastruktur bedeutet kennen wir hier in  Deutschland ja nur allzu gut: Die Energieversorgung wird privatisiert » die Preise steigen; der öffentliche Nahverkehr und die Bahn werden privatisiert » die Preise steigen, der Service sinkt und Verbindungen werden abgebaut.

Im Falle der Wasserversorgung zeigen einige Beispiele aus dem Inland und dem europäischen Ausland, dass Qualität, bezahlbare Preise und notwendige Investitionen in die Versorgungsinfrastruktur, nicht mit hohen Renditen für Konzerne vereinbar sind. Hierzu gab es bereits im Dezember einen Beitrag in der Sendung "Monitor” des WDR.
Der Teil zur Wasserkommerzialisierung beginnt bei Zeitindex 19:31. Aus rechtlichen Gründen darf ich das Video oder Ausschnitte daraus leider nicht auf dieser Seite einbetten, deswegen hier ein Link zum Video:

Grosskonzerne wie die Firma Nestlé sind schon seit Jahren mit großem Erfolg dabei (besonders in Entwicklungsländern) die Wasserversorgung zu privatisieren. Sobald solche Firmen einmal den Fuß in der Tür haben, lassen sie sich nur schwer dazu bewegen die Kontrolle über das wohl wichtigste Gut unseres Planeten wieder aufzugeben. Wer mehr über die Ambitionen dieser Firma in Bezug auf die Kommerzialisierung des Wassers sehen möchte, soll sich doch bitte mal den Film Bottled Life ansehen.

Ebenso interessant wie Bottled Life ist der Film We Feed the World, in dem der Nestlé Chef in einem Interview sehr deutlich sagt, dass er Wasser für ein Handelsgut hält und dieses ebenso behandelt werden müsste. Der Ausschnitt zum Thema Wasserversorgung findet sich auf YouTube:

Auch von Interesse ist ein Beitrag des Senders 3sat von 2010, zum Thema Wasserkommerzialisierung in den USA. Hier der Link zum Video.


Die Folgen der Privatisierung der Wasserversorgung sind schwer abzusehen, allerdings geben vergangene Privatisierungsvorgänge anderer Teile der grundlegenden Infrastruktur eindeutige Hinweise; Preissteigerungen und Qualitätssenkungen. Im Fall von einem lebenswichtigen Gemeingut wie Wasser – mehr noch als bei Elektrizität und Verkehr – haben wir überhaupt keine Möglichkeit nicht zu konsumieren, was uns erpressbar macht. Dies mag wie Panikmache klingen, stellt allerdings einen Fakt dar, der von Konzernen wie Nestlé in vielen Länder schon zur Realität gemacht wurde. Dem muss Einhalt geboten werden.

Was können wir tun um diesen Prozess der Kommerzialisierung des Grundgutes Wasser zu stoppen?
Der erste Schritt sollte sein, der EU Kommission zu zeigen, dass sie nicht im Sinne und entsprechend dem Willen der Bürger handelt. Die Bürgerinitiative Right2Water hat eine Petition vorbereitet die jeder unterschrieben sollte, der die Wasserversorgung auch in Zukunft in der Hand des Staates und damit der Bürger wissen will.