Betrug

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CinemaxX und die Abzocke mit Scheingebühren

Gestern habe ich mit einigen Freunden im CinemaxX in Trier "Iron Man 3" geschaut. Trierer die diesen Eintrag lesen werden fragen wieso ich nicht ins Broadway gegangen bin? Nun, im Broadway läuft der Film leider nicht.

Der Film war unterhaltsam, aber mir wurde mal wieder sehr deutlich vor Augen geführt warum ich so ungern ins CinemaxX gehe: Es ist alles darauf ausgelegt den Kunden abzuzocken.

Ich spreche hier noch nicht einmal von den völlig überhöhten Kartenpreisen an sich, nein, der Grund meiner Unzufriedenheit ist der Kartenkauf, bzw. die Kartenreservierung auf der Seite von CinemaxX:

Man kann entweder;

  • Karten per Reservierungssystem vorbestellen, die man 30 Minuten vor Beginn des Filmes abholen muss, ohne Möglichkeit einen Sitzplatz auszuwählen: "Sie erhalten automatisch die zum Zeitpunkt der Reservierung besten verfügbaren Plätze". — Das finde ich zwar nicht prickelnd, aber es ist in Ordnung, wenn man früh genug reserviert oder es einem egal ist wo man sitzt.
  • Karten telefonisch sitzplatzgenau reservieren. Das ganze funktioniert natürlich nur über eine kostenpflichtige Rufnummer und man zahlt einen Aufschlag pro Karte von € 0,50. — Hier stellt sich für mich schon die Frage wieso ich einen Aufschlag zahle wenn ich ohnehin eine kostenpflichtige Rufnummer wählen muss. Wozu ist dieser Aufschlag da? 
  • Karten direkt online zu kaufen. Hier kann man sich auch den Sitzplatz aussuchen, zahlt aber eine Vorverkaufsgebühr von € 0,50 pro Karte. — Wieso eine Vorverkaufsgebühr? Der Kartenverkauf wird nicht von einem externen Vorverkäufer abgewickelt, sondern von CinemaxX selber, über deren bestehendes System. Habe ich irgendwelche Vorteile aus dem Kartenvorverkauf die außerordentlichen Kosten auf Seiten von CinemaxX gegenüberstehen? Sind die Karten im Vorverkauf günstiger als an der Abendkasse? Außerdem stellt sich mir jetzt die Frage ob ich bei Wunsch der Kartenrückgabe die Vorverkaufsgebühr rückerstattet bekomme? Aber nein, denn bei CinemaxX kann man gekaufte Karten ja gar nicht zurück geben. Wozu hier die Vorverkaufsgebühr?

Mir drängt sich folgendes auf: Diese Aufschläge, Vorverkaufgebühren und ähnliche Preisspielereien sind nur dazu da die hohen Ticketpreise auf den ersten Blick ein wenig niedriger wirken zu lassen. Das kennt man von Reiseveranstaltern, Fluggesellschaften wie RyanAir und anderen Dienstleistern. Es wird dem Kunden vorgegaukelt, dass er einen Mehrwert erhält, der separat bezahlt werden muss, wenn da tatsächlich kein Mehrwert ist, der über die Grundleistung hinausgeht. Es ist nichts als eine Täuschung des Kunden.
Besonders da CinemaxX durch den Kartenvorverkauf online keine Kosten entstehen die über den grundlegenden Betrieb eines Reservierungssystems und einer Zahlungsabwicklung hinausgehen entstehen. Man kann mit Verlaub sagen, dass diese Systeme heutzutage zu den Grundkosten eines Kinos gehören. Außerdem spart es CinemaxX sogar Arbeit/Geld, da Kunden mit bereits gedruckten Karten (oder solchen die sie sich am Automaten im Kino abholen) nicht weiter abgefertigt werden müssen.

Bei der telefonischen Kartenreservierung frage ich mich was die Begründung für den "Aufschlag" ist. Mehraufwand durch telefonische Beratung? Ok, aber wieso dann die kostenpflichtige Rufnummer? Mehraufwand an der Kasse? Verursachen Kunden die regulär ohne Reservierung Karten kaufen weniger Aufwand? Oder solche die einfach ohne Sitzplatzvorauswahl Karten reserviert haben?


Meinem Unmut habe ich per Twitter ein wenig Luft gemacht, auch da ich weiß, dass CinemaxX ganz gut mit Kunden über diesen Dienst kommuniziert. Das ist der derzeitige Stand der Unterhaltung:


Das CinemaxX – und ehrlich gesagt alle Großkinobetreiber – sollten sich mal ein Beispiel an den kleineren nehmen. Hier in Trier haben wir glücklicherweise noch ein weiteres Kino, das nicht nur gute Preise hat, sondern auch guten Service.
Die Kartenvergabe funktioniert völlig ohne Schnickschnack und ist hart aber fair:
Man kann online oder per Telefon Karten reservieren, allerdings ohne Möglichkeit der Sitzplatzauswahl. Die Karten müssen spätestens 30 min vor Beginn der Vorstellung abgeholt werden. Ob man die Sitzplätze bekommt die man gerne hätte hängt jetzt nur noch davon ab ob man früh genug da ist und bereit zu warten.


Ach und noch ein kleiner Aufreger, oder eher ein Lacher:
Zusammen mit den Kinokarten haben gestern alle in der Gruppe Rabattmarken in die Hand gedrückt bekommen. Rabattmarken für Snacks im Kino. Für alles von Einzelartikeln bis zu Sondermenüs.

Liebes CinemaxX,
wenn ihr schon Rabattmarken ausgeben müsst, um Kunden dazu zu bewegen überteuerte Snacks und Getränke zu kaufen, dann solltet ihr euch vielleicht mal überlegen ob die Preise nicht an sich zu hoch sind.

Auch hier zeigt das Broadway wie es geht: Snacks und Getränke zu annehmbaren Preisen und zudem von guter Qualität und kein Standardfutter.

Sicherlich ein ehrlicher Fehler

Es ist doch immer wieder schön wenn ein Händler versucht Kunden zu betrügen.

Kurz vor Ankunft meines iPhone 4 habe ich festgestellt, dass ich doch noch ein oder zwei extra USB-Kabel für das nette Ding gebrauchen könnte.
Apple verlangt in deren Online-Store €19,- für dieses Bisschen Kunststoff und Kupfer, im Einzelhandel zahlt man im Regelfall das Selbe.
Online sind die Kabel durchaus mal für €15,- zu finden, weswegen ich nicht schlecht gestaunt habe, als ich dies bei Amazon sah:

Beweisscreenshot einer Amazon-Marketplace-Bestellung/p>

Für €4,08 greift man doch gerne zu, durchaus auch zwei mal.
Schnell war die Bestellung abgeschickt, ebenso schnell das Geld von der Kreditkarte abgebucht. Die Lieferung dauerte fünf Tage.
Was ankam, war aber wie zu erwarten war nicht das beworbene Produkt:

Vergleich gefälschtes Kabel, Original von Apple 01

Vergleich gefälschtes Kabel, Original von Apple 02

Oben, bzw. links, sind jeweils unschwer die billigen Fälschungen zu erkennen.

Ich habe während meiner Zeit bei Saturn in Trier oft genug gesehen, was solch schlecht gefälschte Kabel anrichten können und war natürlich nicht dumm genug sie zu nutzen. Stattdessen wendete ich mich an den Verkäufer:

Ich habe eben die bestellten Kabel im Briefkasten gefunden, war aber enttäuscht, als ich feststellen musste, dass dies nicht wie beworben original Apple-Kabel sind, sondern billige Kopien. Ich werde sie nicht an meine Geräte anschließen, da ich aus dem Einzelhandel weiß, dass durch solche Imitate schon des öfteren Kurzschlüsse entstanden sind. Nun würde ich gerne wissen wie wir vorgehen.

Die Antwort lies zwei Tage auf sich warten:

Wir haben die Kabel von unserem Lieferanten als Originalzubehör bezogen. Natürlich können wir nicht jedes Zubehörteil einzeln überprüfen, aber bei stichprobenartigen Kontrollen hat es bisher auch keinerlei Auffälligkeiten gegeben.

Möglicherweise hat sich aber auch ein Mitarbeiter im Versand vergriffen. Wir bitten daher um Rücksendung der Kabel, damit wir sie überprüfen und ggfs. reklamieren können.

Den Kaufpreis erstatten wir Ihnen natürlich zurück, selbstverständlich nebst Rücksendekosten, sofern es sich tatsächlich um eine Fehllieferung unsererseits handelt.

Für etwaige Unannehmlichkeiten möchten wir uns bereits im Voraus höflichst entschuldigen.

Mit freundlichen Grüßen,

E…..M….. Kundenservice

Damit hatte ich gerechnet. Lassen sie uns den Kauf rückgängig machen und vergessen wir einfach, dass überhaupt etwas passiert ist, ok?
Bei “Möglicherweise hat sich aber auch ein Mitarbeiter im Versand vergriffen…” musste ich lachen, denn ich konnte mir keinen Grund vorstellen, wieso ein Mitarbeiter die Wahl zwischen Fälschungen und Originalen haben sollte.

Ich schrieb zurück:

Wie besprochen habe ich die Kabel heute zurückgeschickt, als Einschreiben an die auf der Rechnung angegebenen Adresse.

Um ihnen zeigen zu können, wie die Fälschungen im Vergleich mit Originalen von Apple aussehen, habe ich das Kabel, dass mit meinem iPhone geliefert wurde den den von ihnen erhaltenen Kabeln fotografiert und die Bilder in einer Flickr-Galerie hochgeladen: http://www.flickr.com/photos/applechutney/sets/72157624519090847/

Ich habe darauf geachtet, dass an keiner Stelle der Name ihrer Firma auftaucht, da Fehler passieren und man sich manchmal nicht auf die Ehrlichkeit der Lieferanten verlassen kann.

Nachdem die Rücksendung bei ihnen angekommen ist und sie sich von der Vollständigkeit überzeugt haben, bitte ich sie mir die von ihnen angebotene, von mir bestellte und bezahlte Originalware zu liefern.

Über eine Erstattung der von mir entrichteten Kosten für die Rücksendung würde ich dann absehen.

Sollte sie noch Fragen haben, bitte ich sie mich zu kontaktieren.

Auf diese Mail kam keine Antwort mehr. Nach vier Tagen waren dann die Originalkabel im Briefkasten. Keine weitere Notiz, keine Entschuldigung.

Dieser Händler wusste also erstens genau was er tat und baute zweitens darauf, dass nicht viele Kunden sich die Mühe machen wegen €4,08 zur Post zu gehen.

Im Endeffekt habe ich €10,26 bezahlt (2x €4,08 + €2,10 für das Einschreiben). Ich hatte zwar ein wenig Arbeit mit dieser Firma, aber eine Ersparnis von €20,- bis €30,- war es mir durchaus wert.

Nebenbei, dieser Händler bietet weiterhin “Original Apple Dock-Kabel auf USB” bei Amazon an, nun für €3,88.